Ja, warum nicht gleich alles durchspielen? Einschließlich der Überlegungen, was für die Erforderlichkeitsbewertung als milderes Mittel möglich wäre. (Nein, nicht Schilder ohne Kamera!) Vielleicht ist ja was dabei, mit dem sich mehr Sicherheit erreichen lässt.
Die Schilder ohne Kamera verursachen Schwierigkeiten, die ihre vermeintlichen Vorteile verdrängen können:
Es werden ja keine personenbezogenen Daten verarbeitet. Der Verarbeitungsbegriff in Art. 4 DSGVO deckt m. E. “so tun als ob” nicht ab. (Also schon, wenn Daten zugrunde liegen würden, weil auch die… Drohung sie zu verarbeiten das Grunrecht auf Datenschutz belasten kann. Aber wenn es nie Daten geben wird liegt nie eine Verarbeitung vor.) Die falsche Deklaration der Verarbeitung auf den Schildern ist bedeutungslos; sie führt zu keinem Zwang, nun Daten wie beschrieben verarbeiten zu müssen.
Trotzdem kann die Datenschutz-Aufsichtsbehörde eine Beschwerde erhalten und den Verantwortlichen zur Stellungnahme auffordern. (Gebührenpflichtige Verwarnung wegen Zeitverschwendung? Würde eigentlich nur gehen, wenn es eine unzulässige Verarbeitung im Sanktionsspektrum der Behörde gegeben hätte. Vielleicht irgendein anderer Aufwand.)
Außerhalb der Anwendbarkeit des Datenschutzes wäre die Vorstellung, einer Überwachung ausgesetzt zu sein für Beschäftigte, Mieter, Besucher, Passanten usw. eine Beeinträchtigung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts, das sich dann weniger frei entfalten lässt.
Was z. B. den Betriebsrat interessieren dürfte. (Nicht wegen der Möglichkeit der Leistungs- und Verhaltensbeurteilung, die es ohne Daten ja nicht geben kann, sondern weil Auswirkungen auf das Verhalten und die Persönlichkeitsentfaltung auch Themen im BetrVG sind.)
Außerdem können die Betroffenen auf Unterlassung klagen. Was nicht automatisch dafür sorgt, dass die falschen Schilder verschwinden.
D., der dann eher an richtige (und korrekte) Videoüberwachung denken würde. Oder an weniger invasive Maßnahmen, wie mögliche Einwegspiegel (man weiß es nicht…) auf Fluren, Eckspiegel, offensichtliche Kontrollgänge, Licht mit Bewegungsmeldern, Alarmanlage, heftige Türschlösser.