Guten Tag, liebe Community,
ich habe ein Problem, bei dem ich sehr auf Eure Hilfe hoffe. Ich muss ein wenig ausholen, um Euch den Sachverhalt vollständig darzustellen.
Ich bin seit 2019 ehrenamtlich als Kreisleiter einer Wasserwacht in einem DRK-Kreisverband tätig. Wir fungieren nicht als Ortsverein, so dass wir nicht eigenständig Rechnungen versenden können, sondern dies über die Buchhaltung der Geschäftsstelle erfolgt.
Ehrenamtlich bieten wir neben dem Training für unsere Mitglieder auch Nichtmitgliedern Schwimmkurse an. Die Kosten hierfür werden durch die Buchhaltung der Geschäftsstelle per Rechnung vereinnahmt. Dazu geben wir regelmäßig die Anmeldungen per Mail an den Geschäftsführer weiter.
Unsere Homepage und die speziellen Wasserwacht-Mailaccounts werden betrieben von DT-Internet (dem zentralen Provider des DRK). Hierzu hat der Kreisverband bereits vor Jahren einen Vertrag abgeschlossen. Es existiert zudem eine Auftragsverarbeitungsvereinbarung, die auch umfangreiche technische und organisatorische Maßnahmen zusichert. Das Verfahren zur Rechnungsstellung wurde etwa vor 2 Jahren mit dem Geschäftsführer vereinbart (vorher Einzahlung durch die Eltern), ebenso der Datenaustausch in dieser Form.
Die Mail mit den Anmeldebögen und der Auflistung der Teilnehmer versende wie seit Jahren schon von meinem Wasserwacht-Account direkt an den Geschäftsführer unseres DRK-Kreisverbandes. Die Anmeldebögen enthalten folgende Daten, die zur Rechnungsstellung und zur Durchführung der Schwimmkurse benötigt werden: Name des Kindes, Name und Adressdaten der Eltern als Rechnungsempfänger sowie Besonderheiten, die durch uns im Schwimmkurs bei dem Kind zu beachten sind.
Nunmehr wurde gegen mich ein schriftlicher Verweis ausgesprochen, da diese Form des Datenaustauschs nach Meinung des Geschäftsführers einen Datenschutzverstoß darstellen soll.
Über den Verweis wurden die Mitglieder der Wasserwacht (knapp 300) und andere Stellen außerhalb der Wasserwacht (u. a. der Landesdatenschutzbeauftragte) schriftlich informiert: unter Nennung meines Namens und detaillierter Beschreibung des Vorwurfs sowie Ankündigung weiterer rechtlicher Schritte und disziplinarischer Maßnahmen gegen mich.
Zudem wurde auch der Landesverband hierüber detailliert informiert und gebeten, gegen mich weitere disziplinarische Maßnahmen zu verhängen.
Ich bin nun sehr verunsichert. Zwar hatte der Geschäftsführer bereits einige Male mir ggü. gemeint, wir dürften per Mail keine Mitgliederdateien austauschen und schickte mir dann Mitgliederlisten per Post. Allerdings verstand ich nicht, warum. Mitgliedsanträge enthalten Datenschutzhinweise und auch die entsprechende Einwilligung der Mitglieder. Auch die Zweckbindung der Datenverarbeitung war stets gegeben. Zudem erfolgt die Kommunikation nicht über private Mailadressen, sondern über die speziellen DRK- und Wasserwacht-Mailaccounts mit entsprechender Vertragsgrundlage. Erst vor einigen Wochen (mit Erteilung des Verweises gegen mich) erfuhr ich , dass die Geschäftsstelle des DRK nicht über DT-Internet ihre Mailaccounts betreibt, sondern über Google Business.
Nun meine Fragen:
Inwieweit stellt der beschriebene vereinsinterne Mailverkehr einen Datenschutzverstoß dar?
Wie verhält es sich mit der Offenlegung ggü. den anderen Personen? Mitglieder haben z. B. mit den Schwimmkursen nichts zu tun.
Muss ich noch ein Bußgeld befürchten?
Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn ich Unterstützung von Euch bekäme, denn mittlerweile trauen wir uns gar nicht mehr, per Mail zu kommunizieren, sondern drucken jegliche Anfragen (Anträge, Kündigungen, Anmeldungen zu Kursen - also alles, wo auch nur ein Name drauf steht) aus und senden es per Post an den Kreisverband.
Für diese Tätigkeiten erhalten wir keinerlei Aufwandserstattung und unsere ehrenamtliche Arbeit wird deutlich erschwert.
Danke im Voraus.
Ehrenamtlicher Wasserwachtler aus Leidenschaft