Was ist wirklich geplant, was ist schon beschlossen, was ist zu erwarten?
Ich beziehe mich mit meiner Frage auf:
”Die EU-Kommission plant im Rahmen einer umfassenden Reform der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), bekannt als “Digitaler Omnibus”, Anpassungen, die auch die Rolle und Qualifikation von Datenschutzbeauftragten betreffen.
Der Fokus liegt auf der Harmonisierung der Vorschriften und der Vereinfachung der bürokratischen Anforderungen, wobei Diskussionen über verpflichtende Zertifizierungen oder Nachweise für Datenschutzbeauftragte geführt werden.”
Da können wir wohl ganz gelassen abwarten, was kommt.
Ich sehe Zertifizierungen generell als nicht sehr hilfreich an, weil sich manchmal gerade diejenigen zertifizieren lassen, die nicht genug Fachwissen und Erfahrung haben. Ich stelle lieber einen erfahrenen DSB ein, der nicht zertifiziert ist, als einen unerfahrenen mit 20 Zertifikaten.
Selbst bei einem erfahrenen DSB mit einem Stapel an Zertifikaten wäre ich skeptisch.
Ich selbst habe als Quereinsteiger 2018 mit der Tätigkeit als betrieblicher DSB in einem Krankenhaus begonnen. Da ich im Grunde keine Ahnung von dem hatte, was mich da wirklich erwartet habe ich beim TÜV Rheinland einen Kurs belegt und danach eine Zertifikatsprüfung abgelegt. Schon bei der Auswahl des Lehrgangs ist mir aufgefallen, dass es unterschiedliche Zeitansätze gibt, in denen man “Wissen” vermitteln will. Selbst die 5 Tage beim TÜV Rheinland waren eine Druckbetankung, so dass ich mir am Anfang sehr häufig die Frage gestellt habe, was tust Du Dir da nur an. Heute, nach fast acht Jahren im Job, kann ich darüber nur lächeln.
Eines kann ich jedoch mit Sicherheit sagen: Nicht das Zertifikat hat mich dort hin gebracht, wo ich heute bin, sondern das Sammeln von Erfahrungen, Offenheit sich auf Neues einzulassen und der Austausch mit Kollegen. Erfahrung ist halt durch nichts zu ersetzen, außer vielleicht durch noch mehr Erfahrung