Datenschutz in Krankenhaus-Notfallamulanz

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man drüber lachen:

In einer Krankenhaus-Notfallambulanz gibt es einen Empfangstresen, der mit einer Plexiglasscheibe geschützt ist, weswegen man lauter sprechen muss. Außerdem befindet sich der Empfangstresen mitten im großen Wartebereich. Damit kann schon einmal jeder Wartende hören, was gesagt wird: Was haben Sie? Wie ist ihre Telefonnummer? Wer ist Ihr Hausarzt? Haben Sie Medikamenten-Allergien?

Und dann die Krönung: “Hier das müssen Sie noch unterschreiben wegen dem Datenschutz!” und man hält den Leuten ein Tablet mit Stift hin. Niemand traut sich das durchzulesen, einen Durchschlag zu fordern oder auch die offenbar freiwillige Einwilligung zu verweigern.

Leider war ich nicht selbst Patient und weiss nicht, worin man da einwilligen soll. Ich kann mir aber kaum etwas vorstellen, da ja auch die Artikel 9 Daten über die Verschwiegenheitspflicht (lit. h) gedeckt sind.

Durch solche Aktionen wird immer wieder das Image des Datenschutzes beschädigt. Sehr schade.

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Ja leider, solche Fälle landen auch gelegentlich bei Aufsichtsbehörden. Gerade bezüglich der Einwilligungen gibt es noch große Wissenslücken.

Wir bemängeln regelmäßig Einwilligungsformulare, z.B. im Zusammenhang mit medizinischen Behandlungen, die normalerweise über Behandlungsverträge abgedeckt sind und dann gar keiner Einwilligung bedürfen. Oder es geht um die Datenschutzinformationen, die keine Unterschrift benötigen…

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