Datenschutzbeauftragter nur auf Papier (extern)

Hallo zusammen,

es fällt mir immer öfter auf, dass Firmen einen externen Datenschutzbeauftragten bestellen und dann geschieht - nichts.

Also es wird nichts in Sachen Datenschutz getan. Der Datenschutzbeauftragter wird nicht kontaktiert und es werden auch keine Formulare zur Verfügung gestellt. Es wird auch nichts weiter geprüft. Der Zustand verharrt dann so. Also ich kenne Firmen, große Firmen, die hier nichts in der Richtung haben.

Wenn darauf angesprochen wird kommt wir haben einen Datenschutzbeauftragten und der ist super. (Klar, weil er tut nichts und das Unternehmen hat dadurch keine Arbeit).

Jetzt meine Frage: Ist euch ein Fall bekannt wo ein Datenschutzbeauftragter wegen Untätigkeit bzw. wenn dieser außer als Datenschutzbeauftragter in der Website Datenschutzerklärung zu sein nichts getan hat wg. Fahrlässigkeit “aberkannt” wurde z. B. von einer prüfenden Behörde? Also ich meine hier wirklich nur externe, die das als “Unternehmen” haben und sich im Endeffekt nur in die Datenschutzerklärung schreiben lassen.

Zwei Dinge fallen mir dazu ein

  1. die Abberufung im externen Dienstverhältnis ist insofern relativ einfach und wenig “publikumswirksam”, als es meist primär um die Kündigung des Dienstleistungsvertrags und nicht um die Abberufung geht. Das wird auch niemand an die große Glocke hängen. Ich habe auch schon einen Vertrag gekündigt, wo wir nicht um Guten auseinander gegangen sind. Selbst nichts auf die Reihe kriegen, die einzige Mitarbeiterin, die was tut, nur ausbremsen und dann dumm daherschwatzen, das wäre eh alles viel zu teuer. Am Ende ging es bei der Kündigung nur darum die vereinbarte Kündigungsklausel einzuhalten.

  2. Was sich in den Suchmaschinen zur Abberufung finden lässt sind meist Fälle von Interessenskonflikten (Geschäftsführung, IT, Rechtsabteilung). Also interne Bestellung.

Im Übrigen ist ein untätiger DSB das Problem des Verantwortlichen; es betrifft Dritte/Externe bestenfalls peripher.

Geht diese Frage nicht in eine ähnliche Richtung wie dieser Thread?

https://forum.bfdi.bund.de/t/datenschutzbeauftragte-und-datenschutzorganisation/68

Vielleicht lassen sich diese Diskussionen zusammen führen bzw. zusammenführen. :wink:

Dazu sei als eDSB mir der Hinweis erlaubt, dass man als DSB da schon was tun möchte, dies aber dort teilweise geblockt, verzögert, runterpriorisiert wird. Als eDSB muss ich mich in der Weise enthaften, als das ich nachweisen können muss, dass ich versucht habe meine Beratungs- und Prüfaufgaben wahrzunehmen. Wenn der Verantwortliche dann keine Zuständigen z.B. für die Erstellung des VVT benennt, dann gibt es halt kein VVT.

Da sind Betroffenenanfragen immer sehr schön, weil die oft den Datenschutz “in die Gänge” bringen. :slight_smile:

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